Humor


Saarbrücker Zeitung vom 28.07.2008

[Chinesen]

Schon älter. :-)

[Waterpark]

 

 

 

 

 


Der Bademeister (Satire aus dem Internet, anonym, trifft natürlich nicht auf unseren allseits beliebten Franz zu!)

Er hat einen geschmeidigen Gang. Eine Bewegung zwischen Raubtier und Gelassenheit. Der Sommer hat noch gar nicht richtig angefangen. Nichts überstürzen. Es wird reichlich Kundschaft kommen. Seine Haut ist mokkabraun, nahtlos. Sonnenstudio, Dauerkarte. Drüber trägt er seine Bademeister-Kluft, als wäre er ein Arzt mit gekappten Ärmeln und Hosenbeinen: weißes Polohemd (mit Ausschnitt für tiefe Blicke auf die rasierte Brust) und weiße Shorts, potent gebauscht. Am Morgen, bevor die eisernen Tore zum Freibad aufschwingen, macht er hundert Liegestütze. Nie sieht man ihn schwimmen. Das ist unter seiner Würde. Er lehnt im Liegestuhl, die Schenkel mit Tiroler Nussöl balsamiert. Sein Körper ist sein Kapital. Und sein Blick. Dieses Schweifen zwischen Adler und Eule. Müde wirkt er und kontrollierend zugleich. Manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf - und das Adlerauge stürzt sich auf eine Maus auf der Liegewiese. Wenn sie an ihm vorbeigeht, nickt er ihr zu. Sie lächelt. Wenn sie sich an der Bar an den Strohhalm ihres Getränks gehängt hat, steht er langsam auf. Ohne den Blick vom Pool zu lassen - er hat Verantwortung, er muss Leben retten! -, geschmeidelt er auf sie zu. Den Ellbogen auf die Theke stützen. Dunkles Lederbändchen zwischen blond gesonnten Härchen. Bietet ihr eine Zigarette an. Auf dem Feuerzeug: der Name einer Cocktailbar. Was jetzt gesprochen wird, muss nicht wiedergegeben werden, es ist nicht der Rede wert. Und immer das Gleiche. Auf jeden Fall führt es zum Gang in eben erwähnte Bar. Und dann, nachts, in sein Revier. Auf die Liegewiese. Oder in eine der Kabinen. Manchmal grüßt er noch am nächsten Tag. Manchmal hat er dringend zu tun. Seile flicken, Rettungsringe aufpusten. Er ruht nicht. Ehe sie wieder von ihm ablässt. Die Nächste, bitte.

 

 

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